Am Sonntag, dem 09.11.2025, besuchte Apostel Dirk Schulz die Gemeinde Leer. Zu diesem besonderen Gottesdienst waren auch die Glaubensgeschwister der Gemeinde Rhauderfehn eingeladen. Der Gemeindechor und Instrumentalbeiträge umrahmten die Feier und führten in eine ruhige, erwartungsvolle Atmosphäre.
Dem Gottesdienst lag das Wort aus Matthäus 25, Vers 40 zugrunde:
„Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“
Der Apostel hob hervor, dass sich Jesus Christus in besonderer Weise mit den Bedürftigen identifiziert. Die Werke der Barmherzigkeit seien nichts Spektakuläres, sondern bestehen aus alltäglichen Gesten der Nächstenliebe: hinsehen, mitfühlen, handeln. Voraussetzung sei, die Nöte des Mitmenschen wahrzunehmen – materiell, seelisch und geistlich. Ein stilles Gebet, ein ermutigendes Wort, eine Einladung zum Gottesdienst: auch das sei „Dienst am Nächsten“. Als Beispiele nannte er, einem Hungrigen ein Stück Brot zu reichen und einem Durstigen einen Schluck Wasser – schlicht, unscheinbar und doch Ausdruck gelebter Gottesliebe. „Wer liebt, dessen Leben erhellt sich“, gab der Apostel der Gemeinde mit. Er ermutigte, nicht auf große Taten zu warten, sondern die kleinen Möglichkeiten des Alltags zu nutzen; in ihnen begegne Christus uns und wir einander.
Im Predigtbeitrag vertiefte Evangelist Thomas Maier den Zusammenhang zwischen dem Bibelwort und den endzeitlichen Reden Jesu über das Weltgericht (Mt 25,31–46). Christus habe seine Worte nicht als Drohung formuliert, sondern als Einladung, ihm in den Bedürftigen zu begegnen. Er regte an, die Werke der Barmherzigkeit bewusst als „Angebot“ Gottes wahrzunehmen: Gelegenheit, Jesu Nähe zu suchen. „Dem Nächsten Gutes zu tun bringt uns Jesus näher“, fasste er zusammen.
Diakon Peter Maier erinnerte an das höchste Gebot der Gottes- und Nächstenliebe und ergänzte den praktischen Aspekt des „Überwindens“: Oft gelte es, Bequemlichkeit, Vorurteile oder die eigene Sicht zu überwinden, um den Mitmenschen wirklich zu sehen. Wer diesen kleinen inneren Schritt gehe, eröffne Raum, in dem Christus wirken könne.
Evangelist Albert Ulrichs widmete sich dem Gedanken aus Vers 36, in dem der Besuch von Gefangenen erwähnt wird. Viele seien nicht nur in Gefängnissen, sondern in Angst, Schuld, Einsamkeit oder festen Meinungen gefangen. Ein Anruf, ein Besuch, aufmerksames Zuhören – solche Zeichen der Zuwendung könnten Türen öffnen und Lasten lösen.
Ein freudiger Höhepunkt war die Heilige Versiegelung: Bruder Elmar Rosenkranz (Gemeinde Rhauderfehn) empfing die Gabe des Heiligen Geistes. Die Gemeinde begleitete die Sakamentshandlung in stiller Fürbitte und dankte Gott für seine Zuwendung.
Für die Jugend der Gemeinde Leer wurde Diakon Dominic Trautwein zum neuen Jugendbeauftragten ernannt. Der Apostel gab ihm den Auftrag, alle Jugendlichen so anzunehmen, wie sie sind, und sie verlässlich auf ihrem Weg zu begleiten. Der bisherige Jugendbeauftragte, Diakon Peter Maier, wurde aus dieser Aufgabe entpflichtet und für seinen Einsatz herzlich bedankt. Die Jugend wurde ermutigt, sich weiterhin aktiv einzubringen.
Abschließend bat der Apostel um einen bewussten Blick für verborgene Nöte in Familie, Gemeinde, Nachbarschaft und Arbeitswelt. In seinem Gebet gedachte er besonders der Kranken, Trauernden und aller in Not stehenden Menschen. Mit dem dankbaren Schlussgebet und dem Segen endete der Gottesdienst; viele blieben anschließend noch zu kurzen Begegnungen und Gesprächen zusammen.
Neuapostolische Kirche