Am Dienstag, den 7. Juli 2026, erlebte die Gemeinde Rhauderfehn einen besonderen Gottesdienst mit Apostel Schulz. Zu diesem Gottesdienst war auch die Gemeinde Leer herzlich eingeladen, sodass die Geschwister beider Gemeinden diesen Abend gemeinsam erleben konnten. Dem Gottesdienst lag das Bibelwort aus Psalm 32, Vers 8 zugrunde:
„Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten.“
In seiner Predigt stellte der Apostel den Gedanken in den Mittelpunkt, sich von Gott leiten zu lassen. Gott möchte dem Menschen den Weg zeigen und ihn mit liebevollem Blick führen. Diese göttliche Leitung bedeutet nicht Bevormundung, sondern Hilfe, Orientierung und Begleitung auf dem Weg des Glaubens.
Dabei machte der Apostel deutlich, dass der Mensch immer wieder eingeladen ist, sich Gott anzuvertrauen. Wer sich von Gott leiten lässt, darf erfahren, dass er nicht allein unterwegs ist. Gott sieht den Menschen, kennt seinen Weg und möchte ihm helfen, gute Schritte zu gehen.
Ein weiterer Gedanke der Predigt war, wieder zum eigenen Ich zurückzufinden – zu dem Menschen, den Gott sieht, liebt und führen möchte. Wer sich von Gott leiten lässt, lernt auch, sich selbst in rechter Weise anzunehmen. Dazu gehört zugleich der Auftrag Jesu: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Selbstannahme und Nächstenliebe gehören zusammen. Nur wer sich selbst als von Gott geliebt erkennt, kann auch dem Nächsten mit Liebe, Achtung und Geduld begegnen.
Der Apostel machte diesen Gedanken an einem sehr lebensnahen Beispiel deutlich: Wenn zwei Menschen einander in Liebe verbunden sind, geht es nicht darum, übereinander zu stehen, sondern füreinander da zu sein. Echtes Miteinander geschieht auf Augenhöhe: „Ich diene dir, du dienst mir.“ Darin zeigen sich Liebe, Achtung und gegenseitige Wertschätzung.
Im Predigtbeitrag erinnerte Hirte Uwe Dralle an Gedanken aus dem Bezirksapostelgottesdienst. Dort war besonders der Hinweis wichtig geworden, Gott in der Stille wahrzunehmen. Gerade in einer lauten und bewegten Zeit braucht es immer wieder Momente der Ruhe, um Gottes Nähe, seinen Willen und seine Leitung zu erkennen. Wer still wird vor Gott, kann neu offen werden für sein Reden und seine Führung.
Ein besonderer Höhepunkt des Gottesdienstes war die Heilige Versiegelung von Herrmann Rohen. In diesem feierlichen Augenblick empfing er durch Gebet und Handauflegung des Apostels die Gabe des Heiligen Geistes. Die Heilige Versiegelung vollendet in neuapostolischem Verständnis die in der Taufe mit Wasser begonnene sakramentale Zuwendung Gottes: Zur Taufe mit Wasser tritt die Taufe mit Geist hinzu.
Apostel Schulz spendete Herrmann Rohen den Segen und vollzog die Heilige Versiegelung im Auftrag Jesu Christi. Für die Gemeinden Rhauderfehn und Leer war dies ein bewegender Moment der Freude und Dankbarkeit. Die Geschwister nahmen herzlich Anteil daran, dass Herrmann Rohen diesen besonderen Schritt im Glauben gehen durfte und nun in die Gemeinschaft der Gotteskinder aufgenommen wurde.
So verband sich der Predigtgedanke des Gottesdienstes in besonderer Weise mit dieser heiligen Handlung: Gott zeigt den Weg, begleitet den Menschen und schenkt ihm durch den Heiligen Geist Kraft, Orientierung und neues Leben. Die Gemeinde durfte miterleben, wie Gottes Nähe und Zuwendung in der Heiligen Versiegelung sichtbar und erfahrbar wurden.
Nach dem Gottesdienst blieb noch Zeit zur Begegnung. Bei einem anschließenden Beisammensein in der Gemeinde konnten die Geschwister aus Rhauderfehn und Leer miteinander ins Gespräch kommen, die Gemeinschaft pflegen und den besonderen Abend in herzlicher Atmosphäre ausklingen lassen.
Neuapostolische Kirche